Athen mit Kleinkind: zwischen Säulen, Souvlaki und Spielplatz

Sabine von Reisespatz hat nach den schönsten Reisezielen für Familien in Europa gefragt.

 

Unsere schönste Reise innerhalb von Europa ging mit dem damals 1,5-jährigen Moritz nach Athen im September 2014 und ist nun schon über ein Jahr her. Höchste Zeit also, unsere Erlebnisse und Eindrücke einmal Revue passieren zu lassen und euch von der griechischen Metropole zu berichten.

 

Ankunft in Athen

 

Nach dem knapp 3-stündigen Flug von Hamburg landen wir am Flughafen von Athen. Mit der Metro dauert es etwa eine halbe Stunde bis in die Innenstadt.

 

Das erste, was wir sehen, als wir die Station Monastiraki verlassen, ist die Akropolis, die uns von einem nahegelegenen Hügel aus anstrahlt.

 

Der erste Eindruck ist perfekt!

 

Unser Hotel ist von dem zentralen Platz in der Mitte der Stadt nur einen kleinen Fußmarsch entfernt. Allerdings ist es anscheinend nicht nur das günstigste, sondern auch das billigste Hotel. Statt des gebuchten Doppelzimmers mit Babybett bekommen wir ein Zimmer mit drei einzelnen Betten. Zwei Betten schieben wir zusammen, das Babybett bekommen wir erst am nächsten Tag nach langer Diskussion mit der (sehr unfreundlichen und rauchenden) Rezeption.

 

Auch im Frühstücksraum darf geraucht werden – zum Glück haben wir uns bei der Buchung aber sowieso dazu entschlossen, lieber auswärts zu essen und kein Frühstück zu buchen.

 

Immerhin ist das Hotel wirklich innenstadtnah, und das ist schließlich eines unserer Haupt-Auswahlkriterien. Länger als zum Schlafen möchten wir uns dort aber auch wirklich nicht aufhalten …

 

Stadtbesichtigung

 

Unsere ersten Tage verbringen wir hauptsächlich mit Bummeln und erkunden die Innenstadt.

 

Das Stadtzentrum von Athen befindet sich rund um den Platz Monastiraki im Stadtteil Plaka. Auf dem Platz selbst befinden sich teilweise kleine Marktstände und mehrere Tavernen. Von dem Platz aus gehen außerdem Fußgängerzonen in mehrere Richtungen ab.

 

Die große Shopping-Straße Ermou, die ebenfalls am Monastiraki beginnt, beheimatet einige bekannte wie auch unbekannte Ladenketten. Schöner finde ich die schmalen Gassen mit kleinen Lädchen und Basaren.

die Shoppingstraße Ermou zwischen Kultur und Moderne

die Shoppingstraße Ermou zwischen Kultur und Moderne

 

kleine Läden in den Shopping-Gassen - Achtung bei den Puppen, die sehen echten Kindern zum Verwechseln ähnlich ;-)

kleine Läden in den Shopping-Gassen – Achtung bei den Puppen, die sehen echten Kindern zum Verwechseln ähnlich 😉

 

In Richtung Akropolis geht es einen Hügel hinauf, vorbei an vielen kleinen Restaurants und Tavernen.

 

Die meisten Griechen – also eigentlich alle außer der Hotelmitarbeiter – sind nicht nur besonders gastfreundlich, sondern auch sehr kinderlieb. Es ist keine Seltenheit, dass Moritz auf den Märkten und in Läden eine Kleinigkeit geschenkt bekommt. Eine Banane im Supermarkt, ein Sesamkringel beim Bäcker und ein Holzkreisel im Schach- und Backgammon-Laden.

 

Eine kleine Ruheinsel inmitten der geschäftigen Großstadt ist der Nationalgarten direkt am Syntagma-Platz, wo sich das griechische Parlament und das Grab des unbekannten Soldaten befinden. Hier gibt es kleine Liegewiesen, schöne Wege und vor allem etwas, das in der restlichen Stadt Mangelware ist – Schatten! Etwas Vorsicht ist hier allerdings geboten, denn die Wege sind gesäht mit Zigarrettenstummeln und Moritz ist gerade in der „alles wird in den Mund gesteckt“-Phase.

 

Nationalgarten Athen

Nationalgarten Athen

 

Im Nationalgarten befindet sich aber auch ein Spielplatz – der einzige, den wir in der gesamten Stadt sehen. Schön ist auch der kleine, kostenlose Zoo mitten im Garten, der ein paar einheimische Arten und Haustiere ausstellt.

 

Abends kehren wir regelmäßig in eine der Tavernen mit Akropolis-Blick ein. Die meisten Tavernen haben ein Standard-Menü mit nicht allzu großer Variation: Gebratene Paprika, Zucchini und Auberginen für die vegetarische Fraktion und Souvlaki oder Moussaka (griechischer Hackfleischauflauf) für den Rest.

 

Wir sind sehr erstaunt, wie gerne Moritz Oliven isst und sie sich in jedem Essen als erstes herauspickt. Ich bin übrigens erst nach unserer Griechenland-Reise auf den griechischen Geschmack mit Oliven, Pepperoni und Feta gekommen.

 

Wenn ihr mehr über die kulinarischen Highlights in Athen erfahren wollt, klickt doch einmal mal bei Britta vorbei.

 

Die antiken Sehenswürdigkeiten – Akropolis & Co. 

 

Das Highlight von Athen, die Akropolis, haben wir uns für unseren vorletzten Tag in der Stadt aufgehoben. Als Studenten eines EU-Staates erhalten wir sogar freien Eintritt.

 

Nach einigen hohen Stufen, die wir erklimmen müssen, stehen wir auch schon ganz oben. Oben auf der Akropolis ist es vor allem heiß und staubig. Das weiträumige Gelände beheimatet mehrere antike Bauwerke, die es zu besichtigen gibt. Moritz interessiert sich herzlich wenig für die antike griechische Kultur. Dafür hat er großen Spaß mit den überall herumliegenden staubigen Kieseln.

 

Akropolis Athen

Akropolis Athen

 

Odeon des Herodes Atticus, ein Teil der Akropolis Athen

Odeon des Herodes Atticus, ein Teil der Akropolis Athen

 

Moritz auf der Akropolis

Moritz auf der Akropolis

 

Im Eintritt für die Akropolis ist auch der Eintritt für viele andere antike Bauwerke innerhalb der Innenstadt enthalten. Wir legen also einen Kulturtag ein und besichtigen nach der Akropolis noch das Olympieion (der Tempel des olympischen Zeus) und die Hadriansbibliothek. Nur in die römische Agora kommen wir nicht, da an dem Tag eine geschlossene Veranstaltung stattfindet.

 

Olympeion (der Tempel des olympischen Zeus) Athen

Olympeion (der Tempel des olympischen Zeus) Athen

 

auch die modernen Säulen sind spannend ;-) Olympeion Athen

auch die modernen Säulen sind spannend 😉 Olympeion Athen

 

Hadriansbibliothek Athen

Hadriansbibliothek Athen

 

Einen guten Blick auf die Akropolis und die Innenstadt könnt ihr vom Berg Lykavittos genießen. Die Fahrt hinauf mit der Bergbahn können sich fitte Leute auch sparen, denn die Bahn fährt nur durch einen Tunnel. Stattdessen lässt sich der Berg auch über ein paar Treppen erklimmen. Aber auch von der Akropolis habt ihr einen tollen Blick auf die Stadt.

 

Blick von der Akropolis auf Athen

Blick von der Akropolis auf Athen

 

Blick auf Athen vom Lykavittos

Blick auf Athen vom Lykavittos

 

Strandurlaub

 

Am letzten Tag machen wir dann doch einmal so richtig Urlaub und fahren mit der Straßenbahn etwa eine Dreiviertelstunde bis zum Strand, der etwas südlich von Athen liegt. Auch hier gibt es kaum Schatten, und der Strand ist eher steinig als sandig. Trotzdem schafft es der Papa eine kleine Sandburg zu bauen.

 

Eine Erfrischung im Mittelmeer tut bei diesen heißen Temperaturen auf jeden Fall richtig gut.

 

Die Taverne gleich am Strand eröffnet erst eine Woche nach unserer Abreise, für Essen und Toiletten müssen wir also auf eine der vielen, etwas teureren Club-Anlagen ein paar Meter weiter ausweichen.

 

Familienfreundlichkeit

 

Wickeltische haben wir in der gesamten Stadt kaum gesehen, aber eine etwas abseits gelegene Bank oder ein ruhiges Plätzchen im Park haben wir immer zum Wickeln finden können.

 

Die meisten Straßen sind wohl kaum kinderwagengeeignet, denn die Bordsteine sind hoch und ohne Absenkungen, die Fußwege sind löchrig und holprig und die Fußgängerzonen bestehen hauptsächlich aus Pflasterstein. Auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind mit einem Kinderwagen nicht begehbar. Wir hatten wie immer unseren Tragerucksack dabei, mit dem solche Hürden kein Hindernis darstellen.

 

Fazit

 

Übrigens ist Athen eine der wenigen Städte, in der ich absolut orientierungslos bin. Meistens reichen ein paar Blicke auf den Stadtplan oder einfaches Umherschlendern durch die Stadt, damit ich mir zumindest einen groben Überblick über die Stadt verschaffen kann. Nicht so bei Athen. Ich weiß nicht wieso, vielleicht liegt es an der griechischen Beschriftung der Straßenschilder oder an den vielen kleinen und verwinkelten Gassen, die scheinbar nicht im Stadtplan auftauchen.

 

Eine Fahrt mit einer der vielen Bimmelbahnen, die uns im Rundkurs an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei kutschiert hat, konnte meiner Ortskundigkeit aber schließlich doch etwas auf die Sprünge helfen.

 

Trotz dieser kleinen Mankos überwiegen eindeutig die positiven Erinnerungen an Athen.

 

Die freundlichen Menschen, die immer für ein kleines Pläuschen bereit sind, der Markt und die leuchtende Akropolis-Kulisse beim Abendessen mit griechischer Live-Musik.

 

Es war eine sehr schöne Woche und wir werden dieser tollen Stadt bestimmt noch mal einen Besuch abstatten!

 

Welches ist euer Lieblings-Reiseziel in Europa für Familien? Und wart ihr schon einmal mit Familie in Athen? Ich freue mich auf euren Kommentar!

Christin

Christin

Christin

Mutter // Studentin // Vegetarierin // Reisende // Chaotin
Christin

8 Anmerkungen zu “Athen mit Kleinkind: zwischen Säulen, Souvlaki und Spielplatz

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  5. Ines

    Ach Griechenland, da muss ich gleich sehnsuchtsvoll seufzen, eines meiner Lieblingsländer. Wir versuchen, fast jedes Jahr dort zu sein, meistens auf den Inseln oder dem Festland. Bei Athen war ich anfangs skeptisch, dann aber sehr begeistert. Schön, dass Du die Stadt in der Blogparade empfohlen hast, sie hat es verdient und war viel zu lange mit schlechten Nachrichten verbunden. LG, Ines

    Antworten
    • Christin Autor dieses Beitrags:

      Hallo Ines,

      ja, ich kann gut verstehen, dass es euch immer wieder nach Griechenland zieht. Ich war vorher auch noch nie dort und sehr positiv überrascht. Die Menschen sind super kinderlieb und generell ist die Atmosphäre dort einfach toll. Nach der Reise nach Athen war ich noch von der Uni aus auf Kreta, dort war es auch richtig schön. Wir werden die Insel bestimmt auch mal mit der ganzen Familie erkunden 🙂

      Liebe Grüße
      Christin

  6. Sabine

    Liebe Christin,
    ich freue mich sehr, dass du bei meiner Blogparade „Die besten Reiseziele für Familien in Europa“ mitgemacht hast. Vielen Dank dafür. In Athen war ich selbst auch noch nie, hörst sich spannend an!
    Liebe Grüße,
    Sabine
    P.S. Magst Du auf meinem Blog noch einen Kommentar mit Link zu deinem Beitrag schreiben, damit meine Leser in auch finden?

    Antworten
    • Christin Autor dieses Beitrags:

      Schon geschehen 😉

      Athen lohnt sich auf jeden Fall! Danach war ich noch auf Kreta, allerdings von der Uni aus ohne Familie. Wäre aber bestimmt auch toll mit Familie. Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche Ziele im Rahmen deiner Blogparade noch empfohlen werden 🙂

      Viele Grüße
      Christin

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