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Komm, wir fahren nach Amsterdam! Eine mehrtägige Fahrradtour mit Kleinkind

Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade „Unser erstes Mal“  der Familien-Reisebloggerin Patotra teil.

 

Unsere erste Reise mit Kind

 

Unsere erste Reise mit Kind mag für dich vielleicht erstmal ungewöhnlich klingen.

 

Dass das Ziel des ersten Urlaubs Amsterdam war, klingt zugegebenermaßen noch nicht so spektakulär – allerdings sind wir mit dem Fahrrad einmal quer durch die Niederlande gefahren, um überhaupt nach Amsterdam zu kommen. Und das mit einem 1-jährigen im Schlepptau.

 

Vielleicht fragst du dich nun: Eine mehrtägige Fahrradtour mit Kleinkind – kann das denn überhaupt gutgehen?

 

Ich sage dir schon einmal vorweg: Ja, kann es! Aber mehr dazu gleich …

 

Wie kamen wir überhaupt auf die Idee, mit einem Kleinkind mit dem Fahrrad zu verreisen?

 

Ich bin durch Zufall über einen Artikel über eine Familie gestolpert, die mit Baby für mehrere Monate mit dem Fahrrad durch Südostasien geradelt ist. Sofort war ich Feuer und Flamme und fing an, für die nächsten Semesterferien eine USA-Durchquerung per Fahrrad zu planen. Bis ich schließlich von meinem Freund zu einer 1-wöchigen Probetour nach Amsterdam herunterrealisiert wurde.

 

Die Vorbereitungen

 

Besonders große Vorbereitungen hatten wir ehrlich gesagt gar nicht.

 

Übernachtungen haben wir im Vorfeld keine gebucht, da wir ja noch gar nicht wussten, wie weit wir wohl an einem Tag kommen würden, und haben uns stattdessen ein bisschen auf unser Glück und unser Zelt verlassen.

 

 

Für den Kindertransport auf dem Fahrrad haben wir uns für die wahrscheinlich gängigsten Klassiker entschieden. Den Fahrradsitz von Römer* für mein Fahrrad hatten wir bereits einige Monate vorher geschenkt bekommen und auch ausgiebig genutzt. Den Kinderanhänger Croozer Kid Plus for 2* für Renés Fahrrad haben wir uns vor der Fahrt zugelegt. Dank der Federung kann das Kind auch auf holpigeren Pisten entspannt im Anhänger sitzen. Zusätzlich haben wir uns gleich noch das Regenverdeck* geholt, ohne das es im Inneren des Anhängers leider schnell ungemütlich nass werden kann.

 

Das Zelt und vieles andere Gepäck hat übrigens wunderbar in den Kofferraum des Kinderanhängers gepasst. Der Rest wurde im Rucksack auf den leeren Kindersitz geschnallt oder in Renés Fahrradtaschen geräumt.

 

Ein misslungener Start

 

Gestartet sind wir in Bad Bentheim nahe der niederländischen Grenze. Zunächst stand unser Vorhaben unter keinen guten Vorzeichen, denn keine halbe Stunde, nachdem wir die Fahrräder samt Anhänger aus dem Zug verfrachtet hatten, fing es in Strömen an zu regnen.

 

So standen wir durchnässt, frierend und frustriert in der Bad Bentheimer Innenstadt und waren schon kurz davor wieder umzudrehen, bevor unser Trip überhaupt richtig losging.

 

 

Doch unsere Rettung kam schnell. Eine Frau mit einer Tochter in Moritz‘ Alter tippte uns auf die Schulter und erzählte, dass sie schon länger von einer mehrtägigen Fahrradtour mit Kind geträumt hat, es aber bisher noch nicht umgesetzt hat. Sie lud uns zu Kaffee und Kuchen ein, was wir dankend annahmen. So konnten wir dem Regen immerhin für zwei Stunden entfliehen.

 

Als es abends schließlich aufhörte zu regnen, ließen wir uns erstmal auf dem örtlichen Campingplatz nieder und verbrachten eine trockene Nacht dort.

 

Unterwegs nach Amsterdam

 

Am nächsten Tag konnten wir endlich Richtung Amsterdam starten. Zwar regnete es an dem Tag auch wieder gelegentlich, aber da fanden wir es schon nur noch halb so schlimm wie am Vortag. Moritz hatte es schön trocken in seinem Anhänger und schlief vom Prasseln des Regens wunderbar ein.

 

Die Grenze zu den Niederlanden passierten wir nach einigen ersten Verfahrern auch relativ schnell, und ab dann war die Fahrt auch schon viel angenehmer. Der Regen ließ wieder nach, die Fahrradwege waren breit genug um nebeneinander zu fahren und die Beschilderung war meistens sehr gut.

 

So fuhren wir einige Tage gemütlich vor uns her, immer wieder mit ausgedehnten Zwischenstopps auf dem Spielplatz oder im Park, damit Moritz sich gut austoben konnte. In diesem Tempo konnten wir etwa 30 bis 50 km pro Tag zurücklegen und kamen unserem Ziel Amsterdam langsam aber sicher näher.

 

Da unterwegs in den Niederlanden ständig ein Campingplatz ausgeschildert ist, hatten wir auch nie Probleme spontan eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. In Hengelo und Rijssen schlugen wir also wieder unser Zelt auf recht kleinen und gemütlichen Campingplätzen auf.

 

In Apeldoorn übernachteten wir allerdings in einem Hostel, weil wir ganz dringend unsere teilweise immer noch nassen Sachen der ersten beiden Tage trocknen wollten und auf den Campingplätzen zuvor nie eine gute Möglichkeit dafür hatten.

 

Besonderes Glück hatten wir in Amersfoort und Utrecht, denn dort haben wir über warmshowers.org jeweils einen Host für eine Nacht gefunden.

 

Warmshowers.org funktioniert vom Prinzip her wie Couchsurfing. Wir konnten in den Niederlanden kostenlos bei unseren Hosts übernachten und haben sogar Abendessen bekommen und durften die Waschmaschine benutzen. Im Gegenzug haben wir unsere Couch nach unserem Trip bisher fünf anderen Radfahrern aus Deutschland, Frankreich und Taiwan zur kostenlosen Übernachtung zur Verfügung gestellt.

 

Vor allem unsere Hosts in Utrecht waren absolut genial. Es handelte sich um ein Rentnerpärchen, das mit dem Fahrrad schon die halbe Welt bereist hat. Da ihre 2-jährige Enkelin mit auf dem Hof lebte, hatte Moritz nicht nur eine Spielgefährtin, sondern auch ein eigenes Zimmer mit Babybett und Babyphone.

 

Das letzte Stück von Utrecht nach Amsterdam verlief fast ausschließlich entlang eines Kanals, wo es natürlich viel zu sehen gab. Bisher saß Moritz meistens in seinem Kinderanhänger und spielte mit seinen Autos oder schaute seine Bilderbücher an, wenn er nicht gerade vom Geschaukel wieder eingeschlafen war. An dem Tag aber saß er fast den ganzen Weg lang im Kindersitz und bestaunte die Schiffe auf dem Kanal.

 

Angekommen …

 

Nach insgesamt sechs Tagen Fahrt sind wir schließlich in Amsterdam angekommen. Dort blieben wir dann noch ein paar Tage, nun wieder auf einem Campingplatz. Diesmal hatten wir allerdings eher einen Party-Campingplatz erwischt, was in Amsterdam eigentlich auch nicht weiter verwunderlich ist. Trotz der Lautstärke von nebenan konnte Moritz aber doch recht gut im Zelt schlafen.

 

Praktischerweise hatten wir ja nun unsere Fahrräder schon dabei und konnten so die Stadt wie die Einwohner auch bequem per fiets erkunden.

 

An unserem letzten Tag hatten wir die Idee, unsere Niederlande-Tour zu einer Niederlande-Durchquerung zu machen und wollten noch schnell nach Haarlem an die Nordsee fahren. Leider erwies sich der Weg doch noch einmal länger als gedacht. Und da wir bereits im Vorfeld einen IC von Amsterdam zurück nach Hannover gebucht hatten, mussten wir in Haarlem angekommen schnell in den nächsten Zug steigen, um unseren IC in Amsterdam nicht zu verpassen.

 

So ist unsere angestrebte Niederlande-Durchquerung doch noch an den letzten vier Kilometern vom Bahnhof zum Strand gescheitert …

 

Fazit

 

Obwohl mich dies immer noch ärgert, war unsere Tour nach Ansterdam ein voller Erfolg und hat uns allen großen Spaß gemacht. Moritz wollte noch Wochen später in jeden Fahrradanhänger, den er in Hannover gesehen hat, sofort einsteigen.

 

Ich denke, dass es nicht unsere letzte Fahrradtour mit Kind gewesen sein wird. Vielleicht klappt es ja doch noch eines Tages mit der USA-Durchquerung 😉

 

Hast du auch schon einmal eine mehrtätige Fahrradtour mit Kind unternommen? Wie waren deine Erfahrungen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Christin

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