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Madrid: Die grüne Hauptstadt im Herzen Spaniens

Ende August war ich drei Tage lang in Madrid unterwegs – und zwar ohne Kind!

 

Seit mein Sohn auf der Welt ist, war dies meine zweite kinderlose Reise. Wobei die erste Reise ohne Kind eine Exkursion von der Uni mit viel wissenschaftlichem Input gewesen war. Die Zeit in Madrid war für mich also der erste richtige Urlaub seit der Geburt, und ich konnte endlich mal wieder ausgiebig die Seele baumeln lassen.

 

Natürlich habe ich aber nicht nur Siesta gemacht, sondern auch ausgiebig die Stadt erkundet.

 

Da ich Madrid bisher noch nicht kannte, hatte ich kaum eine Vorstellung von der Stadt. Irgendwie hatte ich mir Madrid vorher immer als recht trockene und karge Stadt ohne viel Raum zur Erholung vorgestellt – wieso weiß ich auch nicht. So viel kann ich an dieser Stelle schon einmal sagen: Meine Erwartungen haben sich (zum Glück) nicht bestätigt.

 

Also, was kannst du denn nun in Madrid so alles anstellen (mit oder ohne Kinder)?

 

Parks & Erholungsflächen

Ja, ich gebe es zu. Ich stehe einfach auf Grünflächen. Parks sind in einer fremden Stadt meist das erste, was ich unter die Lupe nehme, erst danach kommt die Altstadt.

 

Parque del Buen Retiro

Der Parque del Buen Retiro war einst die königliche Erholungsanlage. Auch heute noch kannst du dort den Rosengarten und viele Skulpturen und Denkmäler bewundern. Aber der Park bietet auch Erholung für alle, die nicht mit blauem Blut auf die Welt gekommen sind.

 

Du kannst aber auch wunderbar die vielen verschlungenen Wege rund um den kleinen Bach erkunden, oder aber am Estanque, dem großen See mitten im Park, im Schatten der Bäume liegen. Vielleicht hast du ja auch so viel Glück wie ich, und es setzt sich ein Gitarren- und Mundharmonikaspieler direkt hinter dich, dessen entspannten Klängen du lauschen kannst. Alternativ kannst du dir auch ein Ruderboot leihen, mit dem du quer über den See schippern kannst, oder in einem der Kioske rund um den See eine Pizza essen.

 

Der Parque del Buen Retiro ist sehr weitläufig und es gibt eine Menge dort zu entdecken. Ich war einen ganzen Nachmittag lang dort und habe trotzdem nicht alles gesehen.

 

Rosengärten im Parque del Buen Retiro, Madrid

Rosengärten im Parque del Buen Retiro, Madrid

 

Verschlungene Wege im Parque del Buen Retiro, Madrid

Verschlungene Wege im Parque del Buen Retiro, Madrid

 

Estanque und das Monument für Alfons XII. im Parque del Buen Retiro, Madrid

Estanque und das Monument für Alfons XII. im Parque del Buen Retiro, Madrid

 

Parque Madrid Río

Der Parque Madrid Río erstreckt sich auf beiden Seiten entlang des Flusses Manzanares.

 

Bis 2012 war das gesamte Gebiet des heutigen Parks ein Teil der Madrilener Stadtautobahn. Diese wurde allerdings glücklicherweise untertunnelt und führt nun unter dem Parque Madrid Río hindurch, wovon aber im Park selbst nichts zu bemerken ist. Ich frage mich trotzdem, wer überhaupt damals auf die Idee gekommen ist, eine Autobahn direkt auf beiden Seiten neben einen Fluss zu bauen … Da blutet mein Geographenherz, auch wenn es nur eine Veranstaltung zur Stadtplanung besucht hat.

 

Heutzutage eignet sich der Parque Madrid Río wunderbar zum Fahrrad Fahren und Skaten. Es gibt außerdem mehrere Skate- und Sportplätze am Rande des Parks.

 

Nachdem ich eine Weile lang durch den Park gelaufen bin und dachte, dass nun wohl nichts Neues mehr kommen kann, entdecke ich auf einmal die Attraktion: Der Stadtstrand! Dieser ist eigentlich kein Strand, sondern besteht aus drei Arealen, aus denen Wasserfontänen oder Wassernebel kommt. Davor befinden sich Liegestühle mit Sonnenschirmen und eine Liegewiese. Überall laufen, fahren und spielen Kinder durch das Wasser, nur selten steht auch mal ein Erwachsener am Rand und lässt sich von kleinen Spritzern aus den Fontänen erfrischen. Hier, im Schatten der Bäume mit gelegentlichen frischen Brisen von den Fontänen, lässt sich die madrilener Hitze selbst schwanger gut aushalten.

 

Ein Stückchen weiter den Park entlang befinden sich außerdem einige Spielplätze, die allerdings aufgrund der Hitze menschenleer sind. Die Kinder sind ja schließlich auch alle am Stadtstrand. Auch sogenannte Seniorenspielplätze befinden sich im Parque Madrid Río, die dem klassischen Trimm-Dich-Pfad nachempfunden sind.

 

Brücke über den Río Manzanares im Parque Madrid Río, Madrid

Brücke über den Río Manzanares im Parque Madrid Río, Madrid

 

Parque Madrid Río, Madrid

Parque Madrid Río, Madrid

 

Stadtstrand im Parque Madrid Río, Madrid

Stadtstrand im Parque Madrid Río, Madrid

 

Stadtstrand im Parque Madrid Río, Madrid

Stadtstrand im Parque Madrid Río, Madrid

 

Parque de la Montaña & Casa de Campo

Der Paque de la Montaña macht seinem Namen alle Ehre, zumindest für mich als Flachland-Schwangere. Nach der Besteigung des kleinen Hügels in der Mittagssonne fühle ich mich wie nach einer ausgedehnten Alpenwanderung.

 

Zum Glück ist es sowieso die beste Zeit für eine Siesta, also lege ich mich, ganz südländisch, für ein Nickerchen auf die Wiese unter Palmen.

 

Nachdem ich mich erholt habe, kann es weiter gehen Richtung Teleférico, die Seilbahn über den Park. Zunächst kann ich allerdings erst einmal den Ausblick vom Parque de la Montaña auf die Catedral de Santa María la Real de la Almudena genießen.

 

Die Seilbahn Teleférico verbindet den Parque Argüelles, der sich direkt hinter dem Parque de la Montaña befindet, mit dem Park Casas de Campo auf der anderen Seite des Flusses Manzanares.

 

Die Fahrt dauert 11 Minuten und führt über die Dächer Madrids, dabei hat man noch einmal eine gute Aussicht auf die Catedral Nuestra Señora de la Almudena und den Palacio Real. Während der Fahrt wird wahlweise auf spanisch oder auf englisch aus der Sicht der einzelnen Gebäude, Parks und des Flusses über eben diese informiert. „Hello, nice to meet you on board of the Teleférico. I am the Cathedral and I am veeery old.“ Einklappbare Kinderwagen können übrigens mit an Bord genommen werden.

 

Außer für die Seilbahnfahrt an sich lohnt sich die Fahrt zum Casas de Campo allerdings nicht. Der Casa de Campo ist ein eher ausgestorbener und vertrockneter Park, der genauso aussieht, wie ich mir verdürrte Parks in Madrid eigentlich vorgestellt hatte. In der Nähe der Station gibt es außer einem Spielplatz auch nicht wirklich etwas zu tun. Der Lago Casa de Campo ist von der Station recht weit entfernt, aber ich habe wirklich keine Lust auf einen Marsch durch die hügelige Landschaft ohne vernünftige Sitzmöglichkeiten im Schatten. Einen kleinen Fußmarsch entfernt befindet sich außerdem noch der Parque de Atracciones, Madrids Vergnügungspark, den man aber auch auf anderem Wege erreichen kann.

 

Wozu es diese Seilbahn also überhaupt gibt, ist mir ein kleines Rätsel. Auf den zweiten Blick scheint mir auch alles in der Station am Casa de Campo sehr kommerziell zu sein. Um zum Ausgang zu gelangen, MUSS man durch einen Haribo-Laden, und um auf die Aussichtsplattform zu kommen, MUSS man durch das Restaurant (dort gibt es keine vegetarischen Hauptgerichte …)

 

Casa del Campo mit Teleférico, Madrid

Casa del Campo mit Teleférico, Madrid

 

Innenstadt & Fußgängerzone

Die Innenstadt rund um die Grande Vía und die Puerta del Sol fand ich dagegen weniger lohnenswert. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilen der Stadt gibt es hier so gut wie keine Bäume für Schatten oder Bänke entlang der Straßen. Aber ich nehme mal wohlwollend an, dass die großzügigen Segel, die quer über die Straßen gespannt sind, Schatten spenden sollen. Bestimmt lässt es sich hier ganz gut shoppen, aber dazu habe ich weder Lust noch Geld.

 

Die Innenstadt gefällt mir abends deutlich besser als bei Tag. Denn nun herrscht hier reger Betrieb auf den Straßen und in den vielen kleinen Lokalen, die größtenteils erst um 20 Uhr öffnen. Auch auf dem Spielplatz am Plaza Santa Ana ist nun, nach Einbruch der Dunkelheit, mehr viel los. Während der Abenddämmerung und in den frühen Abendstunden könnt ihr also noch wunderbar durch die Altstadt rund um den Plaza Mayor schlendern.

 

Calle Preciados an der Puerta del Sol, Madrid

Calle Preciados an der Puerta del Sol, Madrid

 

Plaza Santa Ana, Madrid

Plaza Santa Ana, Madrid

 

Palacio Real & Catedral de Santa María la Real de la Almudena

Auf den Palacio Real, das königliche Schloss, sowie die direkt daneben befindliche Kathedrale stoße ich eher zufällig, als ich auf dem Weg vom Parque Madrid Río in die Innenstadt eine kurze Verschnaufpause in einem nahegelegenen Park einlege. Dieser Park ist der Campo del Moro, der sich hinter den beiden riesigen Gebäuden erstreckt.

 

Ich stehe nun also direkt hinter dem Palacio Real und kann diesen auch einmal aus direkter Nähe betrachten anstatt wie sonst nur aus etwas weiterer Entfernung.

 

Bis zur Kathedrale ist es von hier aus auch nicht weit. Allerdings schaue ich mir beide Gebäude nur von außen an, für eine Führung durch den Palast und durch die Kathedrale ist es sowieso schon zu spät am Tag. In der Kuppel der Kathedrale befindet sich eine Aussichtsplattform mit einem angeblich grandiosen Blick über Madrid. Testen konnte ich sie ja leider selbst nicht mehr.

 

Einen tollen Blick auf die Kathedrale bekommt ihr übrigens von den Jardines de las Vistillas, einem kleinen, am Berg gelegenen Park auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

 

Palacio Real, Madrid

Palacio Real, Madrid

 

Catedral de Santa María la Real de la Almudena, Madrid

Catedral de Santa María la Real de la Almudena, Madrid

 

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia

Das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia beherbergt Kunstwerke von berühmten spanischen Malern wie Salvador Dalí und Pablo Picasso.

 

Das berühmteste Werk im Museum ist wohl Picassos Guernica, eine knapp 3,5 x 8 m große, schwarz-weiße Anklage gegen den Krieg, von der ich vorher noch nie etwas gehört habe. Sympathischerweise hat Picasso vor seinem Tod verfügt, dass das Bild erst zurück nach Spanien befördert werden darf, wenn das Land demokratisch regiert wird.

 

Trotz der Anwesenheit von berühmten Kunstwerken konnte mich das Museum wenig überzeugen, was aber wohl eher an meiner kunstbanausalität liegt als am Museum selbst. Wer sich für Kunst interessiert, kommt in dem riesigen, vierstöckigen Gebäude bestimmt auf seine Kosten.

 

Das Museo Nacional del Reina Sofia bietet übrigens samstags ab 19 Uhr und sonntags ab 13.30 Uhr freien Eintritt an.

 

Skulptur im Garten des Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid

Skulptur im Garten des Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid

 

Fazit

 

Mein Ausflug nach Madrid hat sich auch für drei Tage sehr gelohnt.

 

Auch während größter Sommerhitze, vor der ich vorher etwas Bedenken hatte, gibt es viele Möglichkeiten, sich in einem der vielen Parks ein schattiges und gemütliches Plätzchen zu suchen. Dass Madrid eine so grüne Stadt ist, hätte ich vorher übrigens nicht gedacht.

 

Leider hatte ich wegen der Hitze tagsüber kaum Elan, mich aus den kühlen schattigen Zonen im Park wegzubewegen und die Innenstadt zu erkunden. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass mir die Altstadt nach der Abenddämmerung sehr viel besser gefällt, denn auch die Madrilener erwecken erst in den frühen Abendstunden so richtig zum Leben und es herrscht Betrieb auf den vielen Plätzen und Fußgängergassen in der Altstadt.

 

Welche Tipps für Madrid (mit oder ohne Kind) hast du? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Christin

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