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Mallorca mit Baby: Unser Städtetrip nach Palma

Jahrelang war ich gefühlt der einzige Mensch Deutschlands, der noch nie auf Mallorca war. Dass Mallorca nicht nur aus Ballermann besteht, sondern auch schöne Ziele für Familien bereithält, hatte sich zuletzt sogar bis zu mir herumgesprochen. Das 17. Bundesland wurde also immer attraktiver für mich und ich wollte mein Defizit nun doch endlich aufholen. Mein Freund war mit der Uni in Lissabon und der Sohnemann machte Urlaub bei den Großeltern in Bayern. Der perfekte Zeitpunkt also für einen Mini-Urlaub mit Baby auf Mallorca!

Ich war früher zwar schon oft komplett alleine oder mit der ganzen Familie unterwegs, dies sollte aber nun meine erste Reise alleine mit Kind werden. Ich war also nicht nur gespannt auf ein neues Reiseziel, sondern auch, wie das Alleinreisen mit einem 4 Monate alten Baby klappen würde. Wobei ich so ganz alleine dann doch nicht war, denn die ersten zwei Tage verbrachte ich mit Sabrina und ihrer kleinen Tochter.  Erst die Tage danach war ich mit Baby alleine unterwegs.

Unter Palmen in Palma

Unter Palmen in Palma

Stadturlaub in Palma

Ich weiß, dass Mallorca viele tolle Ecken und sehenswerte Landschaften hat. Da ich es mir bei meinem Baby-Probeurlaub zunächst so einfach wie möglich machen wollte, verzichtete ich auf viel Umherfahrerei und entschied mich für eine Unterkunft direkt in Palma und machte nur einmaligen einen Tagesausflug nach Sóller und Port de Sóller.

Palma ist eine recht kompakte Stadt, die sich wunderbar zu Fuß zu erkunden lässt (und wer darauf keine Lust hat, kann sich im Bahnhof sogar Fahrräder mit Kindersitz ausleihen). Von der Plaça d’Espanya, die am nördlichen Rand der Innenstadt liegt, bis zum Meer im Süden sind es etwa 20-30 Gehminuten (je nachdem, wie schnell man den richtigen Weg durch die teils engen Gassen der Altstadt findet und wie gut man mit Babytrage voran kommt). Das Herzstück der Altstadt ist wie in vielen spanischen Städten die Plaça Major, die tagsüber zu nicht-Marktzeiten jedoch vor allem groß, aber unbelebt ist. Rund um die Plaça Major erstreckt sich die Fußgängerzone mit kleinen lokalen Geschäften, aber auch größeren Ketten. Die Ladenöffnungszeiten habe ich nie verstanden, die meisten Geschäften hatten mitten am Tag zu, egal zu welcher Zeit ich vorbeigegangen bin. Macht aber auch nichts, ich war ja schließlich nicht zum Shoppen in der Stadt, sondern um ein bisschen Sonne und Erholung zu tanken.

Die ersten Tage waren sehr wechselhaft, mal mehr, mal weniger Sonne, Wolken und Regen. Eine gute Möglichkeit, auch im Regen etwas von der Stadt zu sehen, ist der rote Doppeldecker-Sightseeing-Bus, in den Sabrina und ich gestiegen sind, als es nicht mehr aufhören wollte zu regnen. Die beiden letzten Tage für mich, als Sabrina schon wieder in Deutschland war, hatte ich wettertechnisch mehr Glück und ich konnte die Stadt nun doch auch von ihrer sonnigen und molligwarmen Seite kennenlernen.

Strahlender Sonnenschein über dem Wasser ...

Strahlender Sonnenschein über dem Wasser …

 

... und die Wendung um 180°

— und die Wendung um 180°

Mein schönster Flanier-Weg führte mich jeden Tag vom Hostel über die Plaça d’Espanya und die Plaça Major vorbei an dem Palacio de la Almundaina und der in Richtung Wasser. Viele der Sehenswürdigkeiten interessieren mich allerdings meist nur am Rande, vor allem, wenn es sich um so geschichtsträchtige und religiöse Bauwerke wie den Palast oder die Kathedrale handelt. Ich liebe es hingegen, mich einfach in einer Stadt treiben zu lassen. Ich schlenderte durch die vielen Gassen, setzte mich zum Stillen in Cafés oder etwas abseits auf belebtere Plätze und beobachtete einfach das Treiben der Menschen. Ich muss nicht alles über die Stadt wissen, ich möchte sie viel mehr erleben.

Wie so oft, war ich auch wieder komplett unvorbereitet nach Palma geflogen. Entsprechend überrascht war ich also, dass genau die paar Tage meines Aufenthalts anlässlich des Baleraen-Tags am 1. März viele Stände und eine große Bühne im Zentrum aufgestellt waren. Es gab viele lokale Waren und Spezialitäten dort zu kaufen. Da ich seit ein paar Wochen versuche, unsere Wohnung zu entrümpeln und generell minimalistischer zu leben, kaufte ich nur zwei neue Stückchen Seife und bekam obendrauf noch ein herzförmiges Seifenstück für das Baby geschenkt.

Leider waren die paar Tage in Palma wieder viel zu schnell wieder vorbei. Gerade als ich mich ganz gut in der Stadt zurechtgefunden habe und es wärmer wurde, musste ich schon wieder zurück nach Hannover. Schön war es natürlich trotzdem, und die gewünschte Portion Entspannung vom Zuhausestress mit zwei Kindern konnte ich mir auch abholen. Wunderbar!

 

Balearen-Fest in Palma

Balearen-Fest in Palma

 

Catedral La Seu

Catedral La Seu

 

Coole Gasse!

Coole Gasse!

 

Der Yachthafen von Palma ist riesig!

Der Yachthafen von Palma ist riesig!

 

Lokal-Empfehlungen

Die Bar Coto an der Plaça Drassana ist durch ihre grellpinke Fassade kaum zu übersehen. Es gibt eine gute Auswahl an vegetarischen (aber auch fleischigen) Speisen. Viele der Gerichte sind ayurvedisch angehaucht. Die meisten der Bedienungen sprechen deutsch. Kleine Kinder sind dort gern gesehene Gäste.

Obwohl die Tapas-Bar MasQMenos mit ihrem Schinken an der Wand wirbt, gibt es auch einige vegetarische Tapas. Sehr lecker ist die Champignoncremesuppe mit Parmesan. Die männliche Bedienung war äußerst angetan von meinem Baby. Einen Abzug gibt es allerdings, als die weibliche Bedienung etwas genervt wurde, als ich sie darauf hingewiesen habe, dass meine zweite Bestellung vergessen wurde. Lecker war’s trotzdem.

Das beste Eis der Stadt gibt es übrigens in der Straße mit dem lieblichen Namen Oms, die von der Plaça d’Espanya abgeht. Ich liebe Wassereis (echtes Wassereis, nicht diesen Nestlé-Rotz!) und finde es immer viel leckerer als sahnige Eiskugeln. Sabrina und ich sind an dem Laden vorbeigekommen, der selbst gemachtes fruchtiges Wassereis am Stiel in der Vitrine hatte, das phänomenal lecker aussah. Leider war es gerade spät abends, beide Kinder haben geweint und wir wollten einfach nur noch schnell zurück ins Hostel. Die nächsten Tage habe ich damit verbracht, die Eisdiele wieder zu finden und bin kläglich gescheitert. Nachdem ich die Eisdiele auch am letzten Tag, kurz bevor ich zurück ins Hostel musste um meinen Koffer zu holen, nicht gefunden hatte, war ich tief enttäuscht und kaufte mir stattdessen eine riesige Portion Eis aus Frust bei der nächstbesten Eisdiele. Mit einem sehr mittelleckeren Eis in der Hand schlenderte ich weiter, bog um die Ecke und stand auf einmal vor der Fruchtwassereisdiele. Argh! Ich hetzte mit meinem ollen Sahneeis also zurück ins Hostel, schlang das Eis auf dem Weg nur so herunter, wechselte in Windeseile die Windel, hetzte vollgepackt mit Koffer und Laptoptasche zurück zur Eisdiele und kaufte mir ein superleckeres, die Hetze wieder weg-erfrischendes Himbeer-Wassereis. Wegen des Umwegs hätte ich fast den Bus zum Flughafen verpasst und wurde außerdem mit Eis in der Hand sehr böse vom Busfahrer angeschaut. Egal, für das Eis hätte ich auch den Flug verpasst!!

 

Unsere Unterkunft

Das Hostel Fleming befindet sich nahe der Plaça d’Espanya, dem zentralen Platz mit Bahnhof und Busbahnhof. In dem Hostel gibt es nicht nur die üblichen Schlafsäle, sondern auch normale Doppelzimmer. Wir bezogen also zu zweit unser großes Bett. Das Baby-Highlight: Ein Deckenventilator, dem man stundenlang zusehen könnte. Na ja, immerhin so lange, bis Mama alle Sachen für’s Schlafengehen zurecht gelegt hat. Typisch für ein Hostel ist dann allerdings doch, dass es kein Bad auf dem Zimmer gibt, sondern nur ein Gemeinschaftsbad auf dem Flur. Mit Baby zwar etwas umständlich, hat aber dennoch erstaunlich gut geklappt.

Frühstück gibt es im Hostel nicht, allerdings ist direkt nebenan ein Bäcker mit Sitzmöglichkeiten, der verschiedenste Kuchen und sonstige süße Frühstücksvariationen anbietet. Für jeden, der Kuchen und Bäckereisüßkram mag, ist der Laden bestimmt ein Paradies. Sabrina und ich haben uns allerdings etwas schief angeschaut und betreten gefragt, ob es wohl auch belegte Brötchen gäbe. Gibt es auf Wunsch.

 

Preise für Busse

 

Reiseführertipp

Der MERIANmomente Mallorca* hat zwar keine eigene Rubrik für das Reisen mit Kindern, bietet aber ansonsten von Hintergrundinformationen, Restauranttipps bis zu einigen schönen Fotos alles, was man für einen guten Urlaub auf Mallorca alles, was man braucht.

Auch schön: Palma bei Nacht - aber nur, wenn das Baby schläft!

Auch schön: Palma bei Nacht – aber nur, wenn das Baby schläft!

 

Welche Tipps für Mallorca habt ihr? Welche Seiten der Insel sollte ich mir abseits von Palma beim nächsten Mal unbedingt anschauen? Ich freue mich über eure Kommentare! 

 

Christin

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