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Warum ich mit Kleinkind reise (und wieso du es auch tun solltest)

„Du kannst doch mit dem kleinen Kind nicht so lange verreisen! Warte doch lieber, bis das Kind alt genug dafür ist!“

 

Hast du diese Sätze so oder so ähnlich auch schon einmal gehört, wenn du von deinen Reiseplänen erzählt hast? Verstehen deine Freunde und deine Familie auch oft nicht, wieso es dich mit einem Kleinkind in die Ferne zieht?

 

Lässt du dich von solchen Aussagen schnell verunsichern oder ziehst du deine Pläne trotzdem durch?

 

Ich selbst habe mir nie vorher Gedanken darüber gemacht, wieso ich mit meinem Kind nicht verreisen könnte. Die Kommentare Anderer haben mich zwar verunsichert, dennoch sind wir zu unserer ersten großen Familien-Fernreise nach Japan gestartet.

 

Und auch nach mittlerweile fünf Wochen des Reisens bereue ich die Entscheidung nicht.

 

Denn es gibt einige gute Gründe, die für eine Reise mit Kleinkind sprechen, auch wenn es angeblich noch nicht alt genug dafür ist.

 

Hier sind sie also, meine 9 Gründe, wieso du Kind und Koffer packen solltest um gemeinsam mit deiner Familie zu verreisen:

 

1. Verbringe mehr Zeit mit deinem Kind

 

Als Studentin habe ich dieses Problem zwar nicht so ausgeprägt, du als Teil der „arbeitenden Bevölkerung“ aber vielleicht schon. Wenn dein Kind in die Krippe oder zur Tagesmutter geht und du das Gefühl hast, zu wenig Zeit mit ihm zu haben, ist eine gemeinsame Reise ideal, um wieder mehr Zeit mit deinem Kind verbringen zu können.

 

Vielleicht entdeckst du ja sogar die eine oder andere Seite an deinem Kind, die dir bisher noch verborgen geblieben ist.

 

2. Stärke den Familienzusammenhalt

 

Nicht nur das Kind, sondern auch die Partnerschaft kommt oftmals zu kurz. Nutze die Gelegenheit um deinem Partner wieder näher zu kommen, denn natürlich wirst du auf deiner Familienreise auch mehr Zeit für ihn haben.

 

Wer zusammen Abenteuer erlebt und auch mal die eine oder andere Panne beim Reisen gemeinsam durchmacht, fühlt sich oftmals schon viel verbundener.

 

Und auch nach der Reise bleibt der positive Nebeneffekt an die vielen schönen Erinnerungen, die ihr gemeinsam sammeln konntet.

 

3. Entkomme dem Alltag mit Kleinkind

Jede Familie mit Kleinkind hat wahrscheinlich mit ihren eigenen Alltagsproblemen zu kämpfen.

 

Mama und Papa sind gestresst und müde von der Arbeit, das Kind hingegen noch am Abend hellwach. Und vielleicht gibt es bei dir feste Zeiten für das Aufstehen, das Essen, die Krippe, den Spielplatz und das Schlafen Gehen. Auf Reisen werden diese Regeln fast schon automatisch gelockert, das entspannt Eltern und Kind meist gleichermaßen und sorgt für eine bessere Stimmung.

 

Ein frischer und erholter Blick auf den Alltag kann manchmal schon Wunder bewirken!

 

4. Gewöhne dein Kind an Ungewöhnliches

Ich fand es schon von der Geburt an wichtig, dass sich mein Sohn nicht zu sehr nur an eine bestimmte Sache gewöhnt. Also z. B. dass ihn auch mal der Papa füttern oder ins Bett bringen kann, wenn ich unterwegs bin, ohne dass das Kind gleich ausrastet.

 

Auf einer Reise lernt das Kind ganz automatisch, sich an neue Situationen anzupassen und den Eltern zu vertrauen, auch wenn es für das Kind unbekannt ist.

 

Mittlerweile kann mein Sohn beispielsweise überall ohne große Probleme einschlafen, egal ob Babybettchen, Einzelbett, Doppelbett mit Eltern oder Futon. Und das wiederum gibt mir das Vertrauen, dass er auch zurück zu Hause keine Probleme haben wird, wenn etwas außerplanmäßig und chaotisch verläuft und er sich auf neue, ungewohnte Dinge einstellen muss.

 

5. Erziehe ein tolerantes und weltoffenes Kind

Wenn dein Kind gleich von klein auf fremden Kulturen und fernen Ländern begegnet, kannst du dir sicher sein, dass es zu einem weltoffenen und toleranten Menschen heranwachsen wird.

 

Auch wenn sich das Kind wahrscheinlich nicht mehr aktiv an die Begegnungen erinnern können wird, prägen diese es doch.

 

Und es ist herrlich mit anzuschauen, wie das Kind auf einmal Eigenheiten aus fremden Kulturen übernimmt. Nach zwei Wochen in Japan hat mein Sohn beispielsweise angefangen, sich beim Bedanken zu verbeugen.

 

6. Dem Kind ist es egal, wo es ist

… solange die Eltern dabei sind.

 

Kinder werden überall Neues entdecken, jeden Tag. Egal, ob sie sich nun in Hannover, Hanoi oder Honduras befinden.

 

Mein Sohn interessiert sich im Moment hauptsächlich für Autos und Hunde. Und die gibt es schließlich überall zu bestaunen, ob er sich dabei vor einer Kirche, einer Moschee oder einem Tempel befindet, ist ihm bisher noch ziemlich egal.

 

7. Erlebe echte Kinderfreundlichkeit

Ich halte Deutschland für ein ziemliches unfreundliches Land – auch und vor allem Kindern gegenüber. In vielen fremden Kulturen ist das oft anders und Kinder sind hoch angesehen.

 

Außerdem wirst du mit einem Kind als Reisebegleiter viel leichter Zugang zu den Einheimischen und deren Kultur finden, da Kindern in vielen Ländern offen und herzlich begegnet wird.

 

Wir werden hier in Japan sehr oft von Leuten wegen des Kindes angesprochen. Auch ein Engländer, den wir unterwegs getroffen haben und der seit vier Jahren in Japan lebt, hat uns bestätigt, dass die Japaner noch nie so freundlich zu ihm waren wie an den beiden Tagen, an denen er mit uns und dem Kind unterwegs war.

 

8. Glückliche Kinder gibt es nur mit glücklichen Eltern

Dies ist eine meiner Lieblingsweisheiten für alle Lebenslagen und ein guter Grund, wieso du auch ab und zu mal an dich selbst und deine eigenen Bedürfnisse denken solltest.

 

Denn du kannst andere Menschen nur dann glücklich machen, wenn du selbst glücklich bist. Und das gilt natürlich auch und insbesondere für dein eigenes Kind.

 

Für mich bedeutet das vor allem, dass ich mir durch das Reisen ein kleines Stückchen Freiheit zurückgewinne, das durch die Geburt meines Sohnes verloren gegangen ist.

 

Wenn du also denkst, dass du dringend mal raus aus dem Alltag kommen und rein in ein Reise-Abenteuer stürzen müsstest um wieder erholt, glücklich und zufrieden zu sein – dann mache es!

 

9. Nutze die Zeit vor der Schulpflicht

Wenn dein Kind erstmal in der Schule ist, wirst du die nächsten 10-13 Jahre nicht mehr so spontan, flexibel und günstig als Familie verreisen können wie jetzt. Die einzige Möglichkeit, länger als zwei Wochen Urlaub zu machen sind die Sommerferien – und auch das sind nur 6 Wochen. Schon eine Kurzauszeit von zwei Monaten ist nicht mehr möglich.

 

Und in den Sommerferien ist natürlich Hochsaison. Was heißt, für Flüge und Unterkunft kannst du locker doppelt so viel bezahlen wie sonst.

 

Außerdem sind unsere Sommerferien zeitlich für einige Reiseziele einfach ungünstig gelegen – Regenzeiten oder zu starke Hitze in einigen Ländern Asiens, Wintermonate auf der Südhalbkugel …

 

Und nun bist du dran: Verreist du auch mit Kleinkind? Was sind deine Gründe? Und musst du dich auch immer wieder rechtfertigen? Ich freue mich auf deine Kommentare!

Christin

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